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Projekt „Stärkung und Empowerment der Selbstvertretungskompetenz von Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung in der gesundheitlichen Selbsthilfe“



Förderung

Das Projekt wird vom BKK Dachverband und dem BKK Landesverband NORDWEST gefördert.

 

Laufzeit

01.02.2018 - 31.12.2020

 

Ausgangssituation

Selbstvertretungskompetenz, Mitbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen ist ein zentrales Anliegen der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Jener Leitgedanke der UN-BRK: „Nichts über uns ohne uns“ ist der Ausgangspunkt für das Projekt zur Stärkung der Selbstvertretungskompetenz von Mädchen und Frauen mit Behinderung und chronischer Erkrankung in den Selbsthilfeorganisationen der BAG SELBSTHILFE.

Partizipationsmöglichkeiten sind Grundlage für ein aktives und gleichberechtigtes Mitgestalten des Verbandslebens. Allerdings ist Partizipation kein Selbstläufer. Insbesondere für Frauen und Mädchen mit Behinderung ist es auch im Jahr 2018 nicht selbstverständlich, die resultierenden Forderungen nach Teilhabe und Selbstvertretungskompetenz leben bzw. die eigenen Bedürfnisse in der inhaltlichen und strukturellen Gestaltung des Verbandsleben gleichberechtigt in die Verantwortungs- und Handlungsfelder einbringen zu können. So ist es für viele Frauen und Mädchen mit Behinderung nach wie vor schwierig, ihre individuellen Angelegenheiten aktiv mit zu gestalten. Häufig wird in entscheidenden Prozessen für und über Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung entschieden oder ihnen werden eigene Entscheidungen zu wenig zugestanden.

Jenes Bild spiegelt sich auch in den Mitgliedsverbänden der BAG SELBSTHILFE wider. So sind in den Entscheidungs- und Gremienstrukturen der BAG SELBSTHILFE Männer deutlich in der Überzahl, obwohl in den Selbsthilfestrukturen insgesamt Frauen sogar zahlenmäßig stärker vertreten sind. Dies steht als Beleg für die asymmetrische Besetzung bei Selbstvertretungskompetenzen und Partizipationsstrukturen in den Selbsthilfeorganisationen behinderter und chronisch kranker Menschen. In Folge dessen treten geschlechterbezogene Verzerrungen auf allen Ebenen der Verbandsarbeit (Interessenvertretung, Projektplanung, Maßnahmen, Satzungen, Evaluation, etc.) auf.

Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist eine unabdingbare Voraussetzung sowohl für die Gesundheit und das Wohlbefinden als auch für eine zukunftsorientierte inhaltliche sowie strukturelle Entwicklung in den Verbänden der gesundheitlichen Selbsthilfe. Folglich muss die Sensibilisierung für geschlechterspezifische Gegebenheiten eine grundlegende Aufgabe eines Verbands sein, der sich um sozialen Fortschritt, Selbstbestimmung, Teilhabe und Zukunft bemüht.

Zielsetzung

Um Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung in ihrer Selbstvertretungskompetenz zu stärken und um den verschiedenen Benachteiligungen und Diskriminierungen von Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung, entgegenzuwirken, zielt das Projekt auf:

  • Stärkung der eigenen Wahrnehmung und Ressourcen von Frauen und Mädchen mit Behinderungen und chronischer Erkrankung als Akteurinnen ihrer eigenen Lebensläufe,
  • Einübung von Selbstvertretungskompetenzen von Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung, um ihre persönlichen Interessen und Lebenslagen selbstbewusst und gestärkt vertreten zu können,
  • Anregungen von Prozessen zur Wertschätzung und Gleichstellung unabhängig von Geschlecht, Behinderung oder Erkrankung, welche das Empowerment, die Verständigung, Interessenbildung und -Vertretung stärken und Selbstvertretungskompetenzen ermöglichen.
  • Wissensvermittlung wie Ungleichbehandlungen, Benachteiligung oder Diskriminierung auf den Ebenen Struktur, Handlungen und Aktivitäten.


Dabei ist es zentral, die besonderen Bedarfslagen von Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung mitzudenken und zugleich den sehr unterschiedlichen Biografien und Wissensständen gerecht zu werden.

 

Umsetzung

Mit Hilfe bedarfsgerechter und modularer Schritte erlernen speziell Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung Kenntnisse und Fertigkeiten in Gremien, Arbeitsgruppen, Beiräten oder Veranstaltungen, ihre individuellen Interessen und Anliegen (Genderkonzepte) aktiv zu vertreten. Zudem werden sie in ihrer Persönlichkeit und in ihrem Engagement gestärkt, ihre eigenen Bedürfnisse in den Arbeits- und Handlungsprozessen des Verbandes zu äußern. Auf diese Weise leisten die Akteurinnen einen zentralen Beitrag, um eine gleichberechtigte Teilhabe in der gesundheitlichen Selbsthilfe zu ermöglichen.

Aktuelles

 

Arbeitspapiere

 

Ansprechpersonen

Nicole Kautz, M.A.
Koordinatorin für geschlechtssensible Selbsthilfearbeit
Projektleiterin „Stärkung und Empowerment der Selbstvertretungskompetenz von Frauen und Mädchen mit Behinderung“

Mariendorfer Damm 159
12107 Berlin

E-Mail: nicole.kautz(at)bag-selbsthilfe.de
Tel.:     0211 31006-54
Fax:     0211 31006-66


Regine Hildebrandt
Sachbearbeiterin Projekt „Stärkung und Empowerment der Selbstvertretungskompetenz von Frauen und Mädchen mit Behinderung“

Mariendorfer Damm 159
12107 Berlin

E-Mail: regine.hildebrandt(at)bag-selbsthilfe.de
Tel.:     0211 31006-23
Fax:     0211 31006-66