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Schweigen ist Gewalt: BAG SELBSTHILFE richtet Meldestellen bei Gewalt in der Pflege ein

Vom 07.11.2012 in „Pressemitteilungen“.

Am 7. November 2012 eröffnet die BAG SELBSTHILFE in Anwesenheit von Hans-Werner Brüning, Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit der Stadt Magdeburg, die erste Meldestelle bei Gewalt in der Pflege in der Hauptstadt Sachsen-Anhalts. Auch in Erfurt wird es in naher Zukunft eine Meldestelle geben.

Immer häufiger ist Gewalt in der Pflege ein Thema. Die Berichte über wehrlose pflegebedürftige Menschen, die hilflos ihren Pflegern ausgeliefert sind, machen zwar betroffen, die Situation der Pflegebedürftigen verbessert das aber zumeist nicht. Das will die BAG SELBSTHILFE jetzt ändern und richtet landesweit Meldestellen bei Gewalt in der Pflege ein. Als Dachverband der Selbsthilfeorganisationen in Deutschland bietet sie damit Opfern von Gewalt in der Pflege – ganz gleich ob Patient oder Pflegender – vielseitige Hilfe und Unterstützung an. So werden z. B. Präventions- und Krisengespräche geführt und konkrete Hilfestellungen bei vorhandenen Konflikten gegeben. Am 7. November 2012 wird die Meldestelle in Anwesenheit von Hans-Werner Brüning, Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit der Stadt Magdeburg eröffnet.

„Gewalt hat viele Gesichter. Häufig sind Überlastungen von Pflegepersonal oder Angehörigen, aber auch Unwissenheit und Hilflosigkeit die Auslöser für eine grobe Behandlung oder Schläge. Doch auch das Einsperren, Drohen, unter Druck setzen oder nicht mit dem Patienten sprechen gehören zur psychischen Gewaltausübung. Ebenso wie das Vernachlässigen der täglichen Hygienepflege bei pflegebedürftigen Menschen. Für diese betroffenen Menschen schaffen wir mit unseren Meldestellen zentrale Anlaufstellen“, erklärt Volker Langguth-Wasem, stellvertretender Bundesvorsitzender der BAG SELBSTHILFE.

Auch Pflegende sind von Gewalt betroffen. Denn nicht selten leiden Angehörige oder das Pflegepersonal unter Aggressionen und körperlichen Angriffen von Patientinnen und Patienten oder auch unter strukturellen Schwierigkeiten sowie Mobbing.

„Genau hier greifen die Meldestellen der BAG SELBSTHILFE und bieten auch Pflegenden Hilfe und Unterstützung. Im Gespräch mit speziell geschulten Ansprechpartnern werden den Betroffenen Lösungsansätze bei problematischen Situationen geboten. Darüber hinaus stellen wir ihnen präventive und auch langfristige Deeskalationskonzepte zur Verfügung. Diese sollen bei körperlichen Angriffen von Patientinnen und Patienten oder bei durch Überforderung entstandener Eigenaggression der Pflegenden wirksam eingesetzt werden“, macht Volker Langguth-Wasem deutlich.

Die Meldestellen der BAG SELBSTHILFE vermitteln zudem Zugang zum bestehenden Selbsthilfe-Netzwerk des Dachverbandes, das für die Betroffenen weitere Hilfsangebote bereitstellt. Die Adressen der jeweiligen Meldestellen sowie die Öffnungszeiten stehen unter www.gewaltinderpflege.de zur Verfügung.

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