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Pflegereform: Geplante Verbesserungen für Demenzkranke nicht mehr als unzureichendes Flickwerk

Vom 23.01.2012 in „Pressemitteilungen“.

BAG SELBSTHILFE e.V. fordert Einführung einer umfassenden Pflegereform noch in dieser Legislaturperiode

Anlässlich der Medienberichte, nach denen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr die Leistungen der Pflegeversicherung für eine halbe Million Demenzkranke anheben will, übt die BAG SELBSTHILFE scharfe Kritik und fordert eine sofortige Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs.

„Die angekündigten Verbesserungen sind absolut unzureichend und ändern nichts an der grundsätzlichen Benachteiligung von chronisch Kranken wie von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen im System der Pflegeversicherung", macht Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE, deutlich. „Ein Pflegebedürftigkeitsbegriff, der fünf statt der heutigen drei Pflegestufen umfasst, muss endlich auf den Weg gebracht werden. Denn dann würden neben körperlichen auch seelisch-geistige Beeinträchtigungen bei einer Einstufung gelten und viele Demenzpatienten und deren pflegende Angehörige hätten endlich Zugang zu Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung."

Ohne einen genauen Zeitplan für eine umfassende Pflegereform aber, hat der Gesundheitsminister die Umsetzung einer solchen auf ungewisse Zeit verschoben, so dass die 2,5 Millionen Menschen, die derzeit ohne Pflegestufe zu Hause gepflegt werden und kein Pflegegeld erhalten, auch im Jahr 2012 wieder nur leere Versprechungen anstelle von Hilfe und Unterstützung erfahren.

„Natürlich erfordert eine bessere Pflege mehr finanzielle Aufwendungen“, stellt Dr. Martin Danner klar, „deshalb sind umfassende Reformen ja so dringend notwendig. Denn der Ausbau der Pflegeinfrastruktur, wirksame Unterstützung pflegender Angehöriger durch einklagbare Rechtsgarantien und eine Neugestaltung der Pflegeausbildung sind unumgänglich, wenn wir den kommenden Anforderungen, die die steigende Anzahl an Pflegebedürftigen an uns stellen wird, gewachsen sein wollen – und wir haben ja gar keine Wahl: wir müssen!“

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