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Kürzungen bei der Dialysebehandlung sind inakzeptabel!

Vom 20.02.2013 in „Pressemitteilungen“.

BAG SELBSTHILFE appelliert an den Bewertungsausschuss, die seit 2002 unveränderte Sach- und Dienstleistungspauschale der Dialysebehandlung  zur lebenswichtigen Behandlung von nierenkranken Menschen realistisch neu anzupassen.

Die im Bewertungsausschuss diskutierte Absenkung der Sach- und Dienstleistungspauschale für Nephrologen lässt nicht hinnehmbare Qualitätseinbußen bei der Dialysebehandlung von nierenkranken Menschen befürchten. Die BAG SELBSTHILFE appelliert deshalb an KBV und GKV-Spitzenverband, das Wohl der chronisch kranken Patienten im Blick zu behalten. Nachdem der Bewertungsausschuss einen endgültigen Beschluss über eine mögliche Kürzung der Wochenpauschale am 19. März 2013 fassen will, besteht jetzt die Chance, Fehlentscheidungen zu vermeiden.

„Die in Betracht gezogenen Kürzungen bringen nierenkranke Patienten in Deutschland in Gefahr, denn für die behandelnden Ärzte werden sich die finanziellen Einbußen nur durch erhebliche Qualitätsabsenkungen der Behandlung kompensieren lassen“, macht Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE  deutlich. „Auch wenn die KBV das Vorhaben, als –Wahrnehmung ihrer Verpflichtung- darstellt, Wirtschaftlichkeitsreserven im Blick zu haben. Eine Pauschale, die seit ihrer Einführung vor 10 Jahren nicht an die real gestiegenen Personal- und Sachkosten angepasst wurde, auch noch absenken zu wollen, ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen, deren Leben von der Dialysebehandlung abhängt.“

In seiner Sitzung am 23. Januar dieses Jahres hatte der Bewertungsausschuss vorgeschlagen, die Wochenpauschalen für die ambulante Dialysetherapie um etwa 100 Mio. € jährlich in der ersten Stufe und im Weiteren um nochmals 80 Mio. € abzusenken. Begründet wird dies mit Zahlen des Statistischen Bundesamtes über das Einkommen von Nierenfachärzten, die nach eigenen Bewertungsmaßstäben gedeutet wurden.

Sinnvolle Vorschläge zur Überprüfung der Kosten kommen von den Betroffenen selbst: „Wir können uns gut vorstellen, die Pauschale in ihre Bestandteile aufzulösen, wie z.B. nach Personalkosten, Technik, Verwaltung und Organisation etc. und jedes Element individuell zu betrachten und gegebenenfalls adäquate Anpassungen vorzunehmen“, erklärt Peter Gilmer, Vorsitzender Bundesverband Niere e.V. „Denn wenn Medikamente oder Technik preisgünstiger werden, bedeutet das nicht automatisch, dass eine qualifizierte Pflege auch billiger geworden ist. Mit der Differenzierung in unterschiedliche Pauschalen könnte angemessen und mit Augenmaß reagiert werden.“

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